Nardini-Schule: Offizielle Einweihungsfeier der Schule für Erziehungshilfe im ehemaligen Studienheim St. Michael

Steiniger Weg wurde gemeistert

Von unserem Redaktionsmitglied Norbert Seybold

Tauberbischofsheim. Oft war vom steinigen Weg bei der Eröffnung der Nardini-Schule die Rede. Aber passend zu dieser Einrichtung für Erziehungshilfe betonten alle Redner, dass am Ende dieses oft mühsamen Weges doch der Erfolg - sprich die eigene Schule - steht. Und das, obwohl immerhin zwei Ministerien, zwei Regierungspräsidien sowie zahlreiche Ämter in die Gründung involviert waren.

"Es ist ein sehr freudiger Tag", so der Direktor des Erzbischöflichen Kinder- und Jugendheims St. Kilian in Walldürn, Günter Hauk, zu Beginn der Feierstunde am gestrigen Donnerstag. Zuvor hatten Fotoimpressionen einige Eindrücke aus der Schule gezeigt.

Hauk freute sich, dass nach drei Jahren als Außenklasse nun in Tauberbischofsheim eine eigenständige Schule unter der Trägerschaft von St. Kilian ermöglicht wurde. Wichtig sei für die Zukunft eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Regelschulen. Auf die bisherige Geschichte der Einrichtung in der Kreisstadt ging Schulleiter Frank Hemberger ein. Von einer Außenklasse als Übergangslösung bis zur jetzigen Schule war es ein langer Weg. "Jetzt sei ein weißer Fleck in der Schullandschaft beseitigt worden", so Hemberger.

Die Zahl der Kinder mit Problemen im Schulleben nehme gerade im ländlichen Raum deutlich zu. Für diese Kinder und Jugendlichen in Not sei seine Einrichtung da. Wichtig sei es, bei den Kindern und Jugendlichen wieder Freude am Lernen wecken.

Schwerpunkt seien dabei der musische und sportliche Bereich. Hier können die Schüler ihr eigenes Potenzial entdecken. Dazu diene ein verlässlicher Rahmen mit einem klaren Regelwerk in der Schule. Die Basis dazu sei eine tragfähige Beziehung untereinander sowie - ganz wichtig - die Elternarbeit.

"Wir verstehen uns als Durchgangsschule", so Hemberger, die Kinder sollten möglichst wieder zurück in die Regelschulen. In der Nardini-Schulen werden 25 Plätze zur Verfügung stehen, bisher waren es 14. Zwölf Plätze sind - ausschließlich von Jungen - derzeit belegt.

Unterrichtet wird in einer Grundstufe (Klassen 1 bis 4) sowie der Hauptstufe (Klassen 5 bis 9), angestrebt wird der Hauptschulbschluss. Wichtig sein auch der Sonderpädagogische Dienst, der mit Beratung und Förderung in den Regelschulen dafür sorgen soll, dass eine Umschulung erst gar nicht notwendig wird.

"St. Kilian ist für den Main-Tauber-Kreis unverzichtbar", so dessen Sozialdezernentin Elisabeth Krug. Diese Schule bilde zusammen mit den Tagesgruppen sowie der Sozialen Gruppenarbeit den dritten wichtigen Baustein bei der Erziehungsbegleitung. Und gerade eine solche Schule gab es im gesamten Kreisgebiet bisher nicht mit der Konsequenz, dass manche Kinder in Heimen untergebracht werden mussten. "Die Nardini-Schule bietet neue Perspektiven für das Lernen und Leben in den Familien."

"Wir sind einen langen Weg gegangen mit einer guten Lösung", zeigte sich Schulamtsdirektor Rolf Link optimistisch. Viel Geduld sei notwendig gewesen, bis der "weiße Fleck" in der Schullandschaft nun verschwunden ist. Link erinnerte an viele Probleme bei der Einrichtung der Schule auch durch die vielen verschiedenen Zuständigkeiten. Die neue Schule beseitigt auch die Probleme der inzwischen sehr breit gestreuten Altersstruktur der Klasse. "Die Schüler werden immer jünger", so Link. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Schüler.

Fränkische Nachrichten
12. Dezember 2008