„Den Blick hin zu den eigenen Stärken lenken"

Direktor Günter Hauk, Dezernentin Elisabeth Krug und Schulleiter Frank Hemberger und die Pädagogen der Nardini-Schule haben allen Grund zum Feiern. Ein schwieriges Unterfangen hat mit der Eröffnung der Nardini-Schule sein erfolgreiches Ende genommen. Foto: Heike Heise Direktor Günter Hauk, Dezernentin Elisabeth Krug und Schulleiter Frank Hemberger und die Pädagogen der Nardini-Schule haben allen Grund zum Feiern. Ein schwieriges Unterfangen hat mit der Eröffnung der Nardini-Schule sein erfolgreiches Ende genommen. Foto: Heike Heise

Von Heike Heise.

Walldürn/Tauberbischofsheim. Im September öffnete die Nardini-Schule ihre Pforten. Von einer Walldürner Außenklasse bis zum eigenständigen Schulbetrieb war es ein schwieriger Weg. Jetzt wurde die Öffentliche Schule für Erziehungshilfe feierlich eröffnet.

Am Donnerstagmittag ist der Alois-Grimm-Saal im Hotel Sankt Michael gut gefüllt. Da sitzen Direktoren, Schulleiter, Lehrer, Gemeinderäte. Und zwischen ihnen, völlig unauffällig, ein paar junge Menschen. Und eigentlich dreht es sich um sie in den nächsten 90 Minuten. Die Schüler, die nicht anders aussehen und sich nicht anders benehmen als andere in ihrem Alter, sind "verhaltensoriginell", wie Direktor Günter Hauk sie bezeichnet. Sie leiden an Aufmerksamkeitsdefiziten oder ähnlichem. Und nicht selten sind Regelschulen oder Eltern mit diesen Problemen überfordert.

Seit September bietet die Nardini-Schule diesen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit ganz gezielt, beschult und vor allem gefördert zu werden. Die Nardini-Schule ist eine Öffentliche Schule für Erziehungshilfe. Der Träger ist das Erzbischöfliche Kinder- und Jugendheim Sankt Kilian in Walldürn. Seit 2004 bot er die Möglichkeit der Beschulung in einer Außenklasse in Tauberbischofsheim.

Nach einem steinigen Weg über zwei Regierungspräsidien, diversen Ämtern und über die Kreisgrenzen hinweg ist es nun gelungen, eine eigenständige Schule im Seitengebäude des Hotels Sankt Michael fest zu installieren. "Eine schwierige Mission mit gutem Ausgang", so bezeichnete Sozial- und Jugenddezernentin Krug den Werdegang der Schule.

Bot die Außenklasse Platz für 14 Jungen und Mädchen, so sind es jetzt 25 Schulplätze, die zur Verfügung stehen. In der Grundstufe, Klasse 1 bis 4, werden neben normalem Unterrichtsstoff hauptsächlich Motorik, Sensorik geschult und den Jüngeren soziales Lernen beigebracht. Berufliche Integration bis hin zum Hauptschulabschluss stehen im pädagogischen Mittelpunkt der Hauptstufe für Klasse 5 bis 9. "Wir verstehen uns als Durchgangsschule", so der Schulleiter Frank Hemberger. Will heißen, angestrebt ist immer eine Rückkehr an eine öffentliche Regelschule. "Leben, Lernen, Leben lernen - Sie erfüllen dieses Leitmotiv mit Leben", Elisabeth Krug sah man sichtlich die Freude über das erweiterte Bildungsangebot an. "Wir als Landkreis zählen auf das Angebot der Nardini-Schule", so Krug.

"Den Blick weg von den Defiziten und hin zu den Stärken"", umschrieb Hemberger das pädagogische Prinzip, bei dem jeder Schüler entsprechend seiner Begabung gefördert wird. Die Schwerpunkte der Ausbildung liegen dabei im musikalischen und sportlichen Bereich, was das Rahmenprogramm bei der feierlichen Eröffnung deutlich machte.

Eine kleine Diashow zeigte die Jungs nicht nur beim Baden in Ungarn, sondern auch bei der Teilnahme am Würzburger Marathon. Und ein wenig sah man ihnen den Stolz an, als sie alle gemeinsam mit Schulleiter, Direktor, Gemeinderäten und Eltern sangen und im Anschluss vom Saal in die Klassenzimmer gingen.