Mit der Einrichtung einer Außenklasse in Tauberbischofsheim beschritt man an der Nardini-Schule Walldürn im Schuljahr 2004/2005 völlig neue Wege. Nun konnten Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten, die bislang an der Stammschule in Walldürn unterrichtet werden mussten, wohnortnah beschult werden, ohne dass zwangsläufig eine vollstationäre oder teilstationäre Jugendhilfemaßnahme begleitend installiert sein musste. Durch die wohnortnahe Beschulung konnte damit die Reintegration in die abgebende öffentliche Schule gezielt und planvoll angegangen werden.
Im Laufe der ersten zwei Jahre zeigte dann die Praxis, dass der integrative Charakter einer Außenklasse immer weiter in den Hintergrund gedrängt wurde. Zunehmend wurden Kinder und Jugendliche angefragt, für die auch längerfristig eine Reintegration nicht in Frage kam. Aus verschiedenen Gründen kam aber bei Ihnen eine vollstationäre Jugendhilfemaßnahme nicht zustande. Hinzu kamen Schüler, die gleichzeitig die Tagesgruppe des Erzbischöflichen Kinder- und Jugendheims St. Kilian in Tauberbischofsheim besuchten oder die in vollstationären Jugendhilfemaßnahmen durch andere Träger betreut wurden.
Dadurch veränderte sich die Arbeit in der Außenklasse. Man musste sich vom Grundgedanken einer zielgerichteten Integration innerhalb eines überschaubaren Zeitraum lösen.
Die besondere emotionale und soziale Problematik der Schüler erforderte eine zunehmend langfristig angelegte sonderpädagogische Arbeit. Faktisch ging es um die Errichtung eines sonderpädagogischen Angebotes für Kinder mit Verhaltensproblemen in einem Gebiet, wo adäquate Angebote fehlten und damit die Schulpflicht für diese besondere Klientel nur schwer umzusetzen ist. Aufgrund der Altersstruktur in der Außenklasse (Klasse 6-9 vor allem im Bereich Hauptschule) erfasste das bisherige Angebot nur einen kleinen Teil von auffälligen Kindern und Jugendlichen in der Region. Dies war für die Schulaufsicht und die Jugendhilfe nur sehr unbefriedigend, weil es damit nach wie vor für einen großen Teil an verhaltensauffälligen Schülern in der Region kein angemessenes schulisches Angebot gab.
Vor diesem Hintergrund kam die Idee auf, die Außenklasse in eine eigenständige Schule für Erziehungshilfe, die Nardini-Schule Tauberbischofsheim, umzuwandeln. Durch eine solche Schule wäre es möglich, das sonderpädagogische Angebot wesentlich breiter anzulegen, so dass Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten von Klasse 1 bis 9 angemessen beschult werden können. Zudem wäre es in einer solchen größeren Einheit möglich, auch Mädchen aufzunehmen.
Schließlich könnte die Nardini-Schule Tauberbischofsheim mit einem eigenen Pool an Stunden für die Kooperation / den sonderpädagogischen Dienst ausgestattet werden. Damit wäre dann auch der mittlere und nördliche Main-Tauber-Kreis mit einem solchen sinnvollen und notwendigen präventiven Angebot im E-Schulbereich versorgt.